Kurz-Fakten

  • Fachbegriffe: N3, Slow-Wave-Sleep oder Delta-Schlaf
  • Das Schlafstadium mit der höchsten Weckschwelle
  • Im ersten Drittel der Nacht ist der Schlaf am tiefsten
  • Nach dem Wecken aus dem Tiefschlaf kann die Schlaftrunkenheit stärker sein
  • Studien geben Hinweise, dass Tiefschlaf am Festigen von Gedächtnisinhalten beteiligt ist

Einordnung

Wo der Tiefschlaf in der Nacht liegt

Schlaf verläuft in Schlafzyklen, die sich im Lauf der Nacht mehrmals wiederholen. Die dritte Phase ist laut dem Gesundheitsinformationsportal des IQWiG eine Tiefschlafphase, in der der Schlaf etwa durch Geräusche nicht mehr so schnell gestört werden kann. Im Laufe der Nacht werden die REM-Phasen länger und die Tiefschlafphasen kürzer. Das Dorsch Lexikon der Psychologie beschreibt den Schlaf im ersten Drittel der Nacht als tiefer als im zweiten und diesen wiederum als tiefer als im dritten.

Warum das Wecken so schwerfällt

Im Tiefschlaf ist die Weckschwelle am höchsten. Das medizinische Nachschlagewerk StatPearls, das die US-Nationalbibliothek für Medizin online bereitstellt, nennt N3 das Stadium, aus dem das Aufwachen am schwersten fällt, und hält fest, dass selbst sehr laute Geräusche manche Menschen daraus nicht wecken. Wer geweckt wird, ist oft besonders benommen. Wie stark die Schlaftrunkenheit vom Schlafstadium abhängt, wird in der Forschung allerdings unterschiedlich bewertet: Eine Übersichtsarbeit von Hilditch und McHill (2019) spricht von gemischten Befunden.

Tiefschlaf und Alter

Kleine Kinder und ältere Menschen schlafen laut IQWiG leichter als Jugendliche und Erwachsene, weil sich die Dauer der Tiefschlafphasen im Laufe des Lebens verändert. Wie stark der Anteil bei gesunden Erwachsenen mit jedem Jahrzehnt abnimmt, ist weniger klar: Eine große Auswertung von 169 Studien mit 5.273 Erwachsenen (Boulos und Kollegen, 2019) fand keine signifikante Veränderung des Tiefschlafanteils pro Jahrzehnt.

Was im Tiefschlaf passiert

Forschende der Universität Tübingen fanden 2017 Hinweise auf eine schlafabhängige Verarbeitung von Lerninhalten im Tiefschlaf und im REM-Schlaf; ein Zusammenhang mit der späteren Gedächtnisleistung ließ sich aber nur im Tiefschlaf nachweisen.

In der Weckzentrale

Die Weckzentrale erkennt keine Schlafphasen – sie klingelt zur eingestellten Zeit. Wer trotzdem schwer wach wird, findet Ideen im Ratgeber Tiefschläfer wecken.

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