In vielen Haushalten liegt mindestens ein ausgemustertes Handy in der Schublade. Als Wecker und Nachttischuhr hat es eine zweite Aufgabe, die kaum Anforderungen stellt – und das eigene Handy darf nachts außerhalb des Schlafzimmers bleiben.

Warum sich das lohnt

  • Das Hauptgerät bleibt draußen. Wer das eigene Handy nachts nicht neben dem Bett haben will, braucht trotzdem einen Wecker.
  • Eine große, dimmbare Uhr auf dem Nachttisch, ohne ein neues Gerät zu kaufen.
  • Weniger Elektroschrott: Ein Gerät, das noch funktioniert, bekommt eine Aufgabe statt eines Platzes in der Schublade.

Was das alte Gerät können muss

  • Ein Browser, der aktuell genug ist. Die Weckzentrale braucht einen modernen Browser. Startet sie auf dem alten Gerät und zeigt Wecker und Uhr, ist diese Hürde genommen.
  • Ein Lautsprecher, der funktioniert – kurz mit dem Probealarm testen.
  • Ein Akku ohne Schaden. Wölbt sich das Gehäuse oder hebt sich das Display, das Gerät nicht mehr laden, sondern fachgerecht entsorgen.
  • Ein Ladekabel in Reichweite des Nachttischs.

Einrichtung in sechs Schritten

  1. Gerät aufräumen

    Wer das Handy nur noch als Wecker nutzt, meldet persönliche Konten ab oder setzt es auf Werkseinstellungen zurück. Das senkt das Risiko, falls das Gerät keine Sicherheitsupdates mehr bekommt.

  2. Weckzentrale öffnen und installieren

    app.wecker.pro im Browser aufrufen und auf den Startbildschirm legen. Die Anleitungen für iPhone und Android zeigen die Schritte.

  3. Assistent durchgehen

    Beim ersten Start erklärt der Assistent Weckton, Benachrichtigungen und „Bildschirm wach halten“. Wichtig ist hier vor allem der Weckton.

  4. Wecker anlegen

    Wecker mit Gruppen, Wochentagen und Weckton einrichten – oder per Sync-Code vom Hauptgerät übernehmen, dann lassen sich die Wecker bequem vom eigenen Handy aus pflegen.

  5. Nachttisch-Modus starten

    Das Mond-Symbol oben rechts öffnet die große Uhr. Dimmer und Rotlicht nach Geschmack einstellen.

  6. Probealarm und Ladekabel

    Unter Einstellungen einen Probealarm auslösen, Lautstärke prüfen und das Gerät ans Ladekabel legen.

Weckzentrale im Nachttisch-Modus: große Uhrzeit mit Datum und nächstem Wecker auf dunklem Grund
Im Nachttisch-Modus ist das alte Handy Uhr und Wecker zugleich.
Nachttisch-Modus der Weckzentrale mit roter Anzeige und eingeblendeter Leiste mit Dimmer und Rotlicht
Rotlicht und Dimmer machen die Anzeige nachts angenehmer.

Der Bildschirm muss anbleiben

Die Weckzentrale klingelt im Nachttisch-Modus zuverlässig, weil die App geöffnet bleibt. Dafür darf der Bildschirm nicht in die automatische Sperre gehen. Die Einstellung Bildschirm wach halten übernimmt das, wenn das Gerät die nötige Browserfunktion kennt. Ältere Geräte kennen sie oft nicht – dann zeigt der Nachttisch-Modus einen Hinweis. In diesem Fall in den Einstellungen des Handys die automatische Bildschirmsperre auf die längste Stufe stellen oder ausschalten. Weil das Gerät am Kabel liegt, kostet das keinen Akku.

Damit sich nichts ins Display einbrennt, verschiebt die Weckzentrale die Anzeige jede Minute um ein paar Pixel. Der Dimmer senkt die Helligkeit zusätzlich.

Mit oder ohne Internet?

Ohne WLAN, etwa im Flugmodus
  • Wecker, Countdowns und Nachttisch-Modus funktionieren, solange die App geöffnet ist
  • Kein Hintergrund-Push, keine Synchronisierung
  • Die Uhrzeit gleicht sich nicht mehr automatisch ab und kann über Wochen etwas abweichen
Mit WLAN
  • Uhrzeit bleibt automatisch richtig
  • Wecker lassen sich per Sync-Code vom eigenen Handy aus ändern
  • Hintergrund-Push als zusätzliche Sicherung möglich, sofern das Gerät ihn unterstützt

Eine Einschränkung betrifft alte iPhones: Push-Nachrichten für Web-Apps gibt es erst ab iOS 16.4. Ein iPhone, das diese Version nicht mehr bekommt, weckt mit der Weckzentrale nur im geöffneten Nachttisch-Modus – das ist bei einem reinen Nachttisch-Gerät aber ohnehin der Normalfall. Wie Push generell funktioniert, steht unter Push einrichten.

Akku und Sicherheit

  • Dauerladen: Viele Geräte bieten eine Ladebegrenzung oder ein optimiertes Laden, das den Akku schont, wenn das Handy ständig am Kabel hängt. Es lohnt sich, danach in den Akku-Einstellungen zu suchen.
  • Warm, aber nicht heiß: Das Gerät nicht unter Kissen oder Decken laden, sondern frei auf dem Nachttisch.
  • Beschädigte Akkus – aufgebläht, rissig oder stark erhitzt – nicht mehr laden.
  • Ohne Sicherheitsupdates das Gerät nur als Wecker verwenden: keine E-Mail, kein Online-Banking, keine privaten Konten.

Wohin mit dem Wecker?

Wer morgens zum Snoozen neigt, legt das Gerät nicht in Griffweite, sondern ein paar Schritte entfernt – dann steht man zum Ausschalten schon. Die Rechenaufgabe zum Ausschalten verstärkt den Effekt. Wer dagegen leise geweckt werden will, stellt einen sanften Klang mit „Sanft lauter werden“ ein.

Auch ein altes Tablet hat eine Aufgabe

Ein Tablet in der Küche oder im Flur kann zur Familienanzeige werden: mit der Weckzentrale im Nachttisch-Modus, verbunden mit dem gemeinsamen Bereich der Familie. Mit ausgeschaltetem „Auf diesem Gerät klingeln“ zeigt es nur an, welcher Wecker oder Countdown als Nächstes dran ist.

Ehrliche Grenze

Ein Wecker, der von einer geöffneten App abhängt, schweigt, wenn die App geschlossen wird – etwa weil das System nach einem Update neu startet. Wer auf den Termin angewiesen ist, stellt zusätzlich einen zweiten Wecker. Mehr dazu unter „Wie zuverlässig klingelt es?“.

Nachttisch-Modus öffnenÖffnet die Weckzentrale direkt als Nachttischuhr